Ein Stück Aleppo in Hamburg

@ramitawil.artwork

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Rami Tawil flüchtete vor zwei Jahren aus dem syrischen Aleppo nach Deutschland. In diesem Jahr reiste Rami zum ersten Mal nach Hamburg und fand dort ein kleines Stück Aleppo - mitten in der Speicherstadt.

Autor

Kerstin Oppel

Kerstin Oppel ist freie Filmemacherin und Social Media Ninja aus Hamburg.

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Rami Tawil studiert an der Akademie für Kommunikation und Design in Frankfurt. Auf Instagram postet er als @ramitawil.artwork seine Eindrücke von Deutschland und Europa.

Wie ist dein erster Eindruck von Hamburg?

Ich liebe Hamburg, vor allem die Menschen hier. Sie sind sehr nett und geben mir das Gefühl, zu Hause zu sein und hier her zu gehören. Hamburgerinnen und Hamburger können andere Kulturen wertschätzen und integrieren – ich finde, sie haben eine multikulturelle Stadt geschaffen. Was mir auch gefällt: Die Kunstszene ist nicht so kommerziell wie in Frankfurt. Das sieht man besonders an der Street-Art-Szene auf Sankt Pauli. In Hamburg gibt es jede Menge Kunstgalerien und Konzerte. Es ist schwierig durch die Stadt zu gehen, ohne inspiriert zu werden.

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Dein Foto mit dem Gruß nach Syrien hat unser Herz berührt. Welche Gemeinsamkeiten siehst du zwischen Hamburg und Aleppo?

Bei meinem ersten Besuch in Hamburg wurde mir plötzlich die Ähnlichkeit von Hamburg und Aleppo bewusst. Das ist eine Gemeinsamkeit, die ich zwar nicht gesehen, aber gespürt habe. Ich habe viele europäische Städte besucht, aber nur Hamburg hat in mir ein Heimatgefühl ausgelöst. Es geht um das Überleben und Wiederauferstehen einer Stadt: Hamburg ist im zweiten Weltkrieg zerstört worden und erstrahlt heute wieder in seiner alten Schönheit. Als ich das Fleetschlösschen gesehen habe, hat es mich an die Zitadelle in Aleppo erinnert, ein historischer Ort, der seit tausenden Jahren besteht und den Krieg in Syrien überdauert hat. Deswegen habe ich bei meinem zweiten Besuch dieses Bild mitgenommen, um den Bewohnern von Aleppo einen Gruß zu senden und den Leuten zu sagen „Aleppo wird genau wie Hamburg wieder auferstehen.“

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Auf welche Weise nutzt du die Instagram App und wie wird sie in Syrien genutzt?

Über Instagram habe ich viele Freunde auf der ganzen Welt gefunden. Auch bei meiner Ankunft in Deutschland habe ich die App genutzt, um Freunde zu finden und Kontakt mit meiner Familie und Freunden in Syrien zu halten. In Hamburg habe ich die @igershamburg kennengelernt und war bei einem ihrer Instameets dabei. Anschließend habe ich mit @_Marvn die Stadt erkundet. Danach hat er mir sogar noch eine Liste mit Fotomotiven gesendet. In Syrien ist Instagram auch sehr beliebt und wird genutzt, um den Alltag zu fotografieren. Seit dem Krieg kommunizieren darüber immer mehr Syrer, die nach der Flucht auf der ganzen Welt verteilt sind.

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Vielen Dank Rami und ahoi!

Wir sprechen regelmäßig mit Fotografen aus Hamburg und der Welt, die mit ihrer Kamera in Hamburg auf Entdeckungstour gehen. #instagrammerahoi