A cowboy's work is never done

Kunstbesuch im Heliumcowboy Artspace

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Jörg Heikhaus ist Selbstmacher und Urban-Art-Pionier. In seiner Wunderkammer stellt der gebürtige Kölner internationale Kunst aus – und nagelt Instagram-Fotos an die Wand.

Autor

Rudolf Klöckner

Rudolf David Klöckner ist Kurator, Blogger und Autor aus Hamburg.

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Fotos: Roeler

Im Heliumcowboy riecht es nach Holz und frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Jörg Heikhaus öffnet die schwere Metalltür zu seinen Galerieräumen im Souterrain des alten Backsteingebäudes. Der Händedruck lässt spüren, dass der vollbärtige Galerist nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt, sondern auch selbst anpackt.

An der Wand hängen Instagram-Fotos aus Holz – fein säuberlich aufgereiht, wie der Instagram-Feed auf dem Smartphone. Bild für Bild, kleine Quadrate mit Likes und Kommentaren – nur in echt und in Holz geschnitzt. Einen Raum weiter hängt ein schwarzer Boxsack von der weißen Decke.

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Vom Rhein an die Elbe

Vor rund 20 Jahren zog es Jörg vom Rhein an die Elbe. Der gebürtige Kölner war damals einer der ersten, der sich in Hamburg als Galerist bewusst mit Urban Art auseinandersetzte und für die noch relativ junge Kunstform einen festen Ausstellungsraum schuf. Die Galerie, die er damals in Hamburg gerne besucht hätte, gab es noch nicht. Deshalb gründete er sie kurzerhand selbst.

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Anfang der 2000er eröffnete er in St. Pauli den „heliumcowboy artspace“. Seitdem testet er mit seiner Galerie die Grenzen der klassischen Kunstpräsentation und fordert die gesetzten Normen des White-Cubes bewusst heraus. Ausgestellt haben hier schon internationale Künstler und Vorreiter der Urban Art wie Boris Hopek oder Victor Castillo, genauso wie die jungen Grenzgänger David Shillinglaw oder Julia Benz.

Vor knapp 10 Jahren ist die Hamburger Pioniergalerie aus St. Pauli in die Neustadt gezogen. Mittlerweile sind mehrere junge Galerien in der Nachbarschaft entstanden, Gäste können durch das Viertel von einer interessanten Ausstellung zur nächsten spazieren. Wer auf dem Weg im Heliumcowboy vorbei schaut, sollte etwas Zeit mitbringen – nicht nur um die Kunstwerke zu betrachten, sondern auch, um sich mit dem Gründer und Besitzer bei einem guten Kaffee über Kunst und die Welt zu unterhalten.

Mehr Infos findet ihr hier

www.heliumcowboy.com

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