Hoch über Hamburg dank Virtual Reality

Drohnen-Startup Spherie

hamburgahoi spherie title

Nicolas Chibac hebt ab: Der Hamburger Filmproduzent hat ein Drohnen-Startup gegründet, das einem Flüge durch die Stadt ermöglicht, ohne selbst abzuheben. Virtual Reality ist das Stichwort und die großen Unternehmen stehen Schlange. Ein Gespräch über das Landen und Ankommen in Hamburg.

Autor

Kim-Lara Oswald

Kim-Lara Oswald lebt seit zwei Jahren in Hamburg und weigert sich, einen Regenschirm zu kaufen.

Mehr von Kim-Lara

Fotos: Kevin McElvaney

Nicolas, bevor du nach Hamburg gekommen bist, warst du als Filmemacher acht Jahre lang in der ganzen Welt unterwegs. Was hat dich in den Hamburger Oberhafen gespült?

Ich komme ursprünglich aus Flensburg. Tatsächlich bin ich – mit Ausnahme meiner Weltreise – nicht so richtig weit weg gekommen. Ich bin mit meiner damaligen Freundin nach Hamburg gezogen und hatte eigentlich vor, weiterzuziehen. Dachte dann aber: Gut, ich kann auch von Hamburg aus mein Ding machen. Und eigentlich ist Hamburg für mich die coolste Stadt in Deutschland. Abgesehen vom Wetter.

hamburgahoi spherie content 01
360-Grad Frühstück in dem FilmFabrique Co-working Space im Oberhafen.

Warum?

Hamburg hat den Charme einer Metropole, fühlt sich aber an wie ein Dorf. Ich liebe die Nähe zum Wasser, all die Kanäle, die sich durch die Stadt schlängeln und das Grün. Zur Arbeit fahre ich mit dem Rad an der Außenalster entlang – das ist schon außergewöhnlich für eine Großstadt. Diese Nähe habe ich auch in meinem Beruf. Mit unserer Drohne „Spherie“ haben wir schon für Flüge für die halbe Nachbarschaft gemacht, unter anderem für Warner Music in der Speicherstadt oder für große Agenturen und Verlage am Hafen, wie zum Beispiel Jung von Matt, Kolle Rebbe oder Gruner und Jahr. Das sind alles Unternehmen in Laufweite.

hamburgahoi spherie content 02
Sohn Noah und seine Mutter Kathleen Hirsch sorgen für einen vollen Magen.

Du hast der amerikanischen Wirtschaftssenatorin Penny Pritzker Anfang des Jahres eure Virtual-Reality-Brille aufgesetzt – und sie durch die HafenCity und den Oberhafen fliegen lassen. Wie kam es dazu?

Ich bin ja mit dem Gängeviertel 2014 in den Oberhafen gezogen. Als die Hallen des Kreativviertels dort wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossen wurden, haben wir die „Alte Bahnmeisterei“ im Oberhafen als Ausweichfläche zur Verfügung gestellt bekommen. Hier umgeben uns alte Gleisbetten, Güterhallen und Kopfsteinpflaster. Ich mag diesen Industriecharme, das ist rau und schön zugleich, die Elbe ist auch nur ein paar Meter entfernt — das alles wollten wir Frau Pritzker bei ihrem Besuch zeigen.

Und wie lief das ab?

Es war mal wieder ein verregneter Tag und Pritzker sollte mithilfe unserer Drohne und der Brille das Viertel durchfliegen. Hat alles prima geklappt. Die Aufnahmen hatte ich allerdings bei schönstem Sonnenschein gemacht (lacht).

hamburgahoi bagalute content 04

Mehr über das Leben des Überfliegers gibt es in der ersten Ausgabe des neuen Hamburger Stadtmagazins „gentle rain“ zu lesen: gentlerainmag.com

Ihr habt mit der Drohne schon viele Ecken der Stadt erkundet, darunter das Wasserschloss in der Speicherstadt oder das Rathaus. Was wäre dein nächster Wunschflug?

Auf der ToDo-Liste steht auf jeden Fall, einmal durch die Elbphilarmonie zu fliegen.

Vielen Dank für das Gespräch und Ahoi!